WhatsApp, Telegram und Threema

Ich werde in diesem Beitrag nicht auf die Pros und Cons zum Funktionsumfang der angesprochenen Dienste eingehen und auch keine Empfehlung aussprechen. Ich werde lediglich meine Erkenntnisse der letzten Tage aus geführten Gesprächen und ein paar kleinen Recherchen mitteilen.

WhatsApp + Facebook = Messenger wechseln

Warum ist WhatsApp so erfolgreich? Die Macht von WhatsApp ist schnell erklärt – fast jeder hat es. Es ist einfach zu installieren und zu bedienen, dazu hat es einen großen Funktionsumfang. Da ist es egal, ob die Daten unverschlüsselt versendet, in den USA auf irgendwelchen Servern gespeichert und nun vielleicht (oder auch nicht) alle an Facebook zur Auswertung übertragen werden. Der wichtigste Punkt ist also: der Benutzer muss viele Kontakte haben, sonst bringt das beste Messaging-Tool nichts. Und genau daran kranken logischerweise nun die Alternativen zu WhatsApp.

Seit einigen Tagen verfolge ich nun das Gerede um WhatsApp und seinen 19-Millidarden-Dollar-Verkauf an Facebook. Einige Nutzer von WhatsApp fühlen sich seitdem bewogen ihren SMS-Ersatzsdienst zu wechseln und suchen nach Alternativen. Ganz groß im Rennen sind in Deutschland seitdem Threema und Telegram. Zwar ist der Funktionsumfang in der Regel kleiner, aber im Gegensatz zu WhatsApp wollen beide Dienste die Daten verschlüsselt versenden. Das kommt nach diesen ganzen NSA-Skandalen gut an, doch was nimmt man nun?

Threema zu teuer?

Derzeit hypen die Medien Threema, gleichwohl es auch andere ähnliche Dienste wie WhatsApp gibt. Hinter Threema steckt das StartUp-Unternehmen Kasper Systems GmbH mit Sitz in der Schweiz. Vermutlich bedingt durch die mediale Werbung hat Threema in den letzten Tagen viele Neuzugänge zu verzeichnen. Auch ich habe es mal getestet und finde es als das, was es sein will, voll in Ordnung: ein verschlüsselter SMS-Ersatz! Es ist vom Funktionsumfang zwar kleiner als WhatsApp, aber das senden von Bildern oder auch chatten in einer Gruppe funktioniert. Naiv wie ich bin, dachte ich, das bedingt durch den Medienhype auch viele andere WhatsApp-Benutzer wechseln werden. Teilweise stimmt das zwar, aber es sind bei Weitem nicht die Massen, die ich mir erhofft hatte (zumindest bis jetzt). Nicht alle folgen dem Hype, sind vielmehr Gegen-Den-Strom-Schwimmer oder kennen sogar eine bessere App die auch gleich noch günstiger ist.

So höre ich oft, erschreckenderweise, dass man nicht gewillt ist, die einmaligen Kosten von 1,60 Euro (Android) für diesen Dienst zu bezahlen. An der Stelle vergessen viele, dass das Programm gepflegt und weiterentwickelt wird und auch Kosten für die Betreibung von Servern anfallen. Letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber ich finde 1,60 Euro für einen derartigen Dienst nicht überteuert. Aber ja: es kostet Geld und das scheint viele Leute zu stören.

Telegram – Kostenlos und Werbefrei

Und somit verzeichnet neben Threema auch Telegram viele Neuzugänge. Es ist kostenlos, werbefrei und soll im Gegensatz zu Threema vom Funktionsumfang fast genauso sein, wie WhatsApp. Mir stellen sich da aber eine Fragen: Der Dienst ist kostenlos und schaltet keine Werbung – wer bezahlt denn das alles? Auf der Telegram-Page steht im FAQ dazu folgendes:

Q: How are you going to make money out of this?

We believe in fast and secure messaging that is also 100% free.

Commercial companies frequently face the need to compromise their values for financial gain. This is why we made Telegram a non-commercial project. Telegram is not intended to bring revenue, it will never sell ads or accept outside investment. It also cannot be sold. We’re not building a “user base”, we are building a messenger for the people.

Pavel Durov, who shares our vision, supplied Telegram with a generous donation through his Digital Fortress fund, so we have quite enough money for the time being. If Telegram runs out, we’ll invite our users to donate or add non-essential paid options.

Pavel Durov und seine Digital Fortress, also der Betreiber von vk.com, dem russischen Abklatsch von Facebook.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Q: How is Telegram different from WhatsApp?

Unlike WhatsApp, Telegram is cloud-based and heavily encrypted.

Somit hat man seine Nachrichten auf mehreren Geräten zugänglich. Klingt gut, aber eben mit dem bitteren Beigeschmack, dass sämtliche Nachrichten, Fotos und Videos in der Cloud liegen. Zwar sind diese Daten angeblich verschlüsselt, aber eben mit einer eigenen Verschlüsselung.

Threema verfolgt dagegen eine andere Philosophie (Auszug aus der FAQ von Threema):

Wie lange bleiben Nachrichten/Medien bis zur Zustellung gespeichert?

Nachrichten und Medien bleiben auf den Servern solange gespeichert, bis sie entweder erfolgreich zugestellt werden konnten oder 14 Tage vergangen sind (je nachdem was zuerst eintrifft).

Selbstredend, das diese natürlich auch verschlüsselt sein sollten.

Was der Nutzer wirklich will

Zum Abschluss möchte ich noch zum Besten geben, dass ich die Nutzer etwaiger Dienste nicht mehr verstehe! Liest man sich die Bewertungen zu Telegram im Play Store durch, schlägt man sich die Hand vor den Kopf: jeder zweite beschwert sich darüber, dass er sein Profilbild nicht ändern kann und gibt deswegen weniger als 3 Sterne ***. Das ist es also, was die Leute mit einem Messaging-Tool machen wollen…

SWT Examples mit Sourcen in Eclipse installieren

Um sich mit dem Standard Widget Toolkit von Eclipse vertraut machen zu können, gibt es diverse Beispiele mit zugehörigen Source-Code, den man sich in Eclipse direkt anschauen und ausführen kann. Da ich bei Anwendung der Anleitung der offiziellen Eclipse-Hilfe ein paar Probleme hatte, beschreibe ich einen davon etwas abweichenden Weg.

1. SWT herunterladen und als Projekt anlegen
2. Plugins installieren
3. SWTExamples Projekt anlegen und konfigurieren

1. SWT herunterladen und als Projekt anlegen
Wie auf der Hilfe-Seite von Eclipse beschrieben, lädt man zunächst SWT herunter und importiert das Projekt aus dem Zip-File.
Über “File -> Import” öffnet sich sich folgender Dialog:

import

Man wählt “Existing Projects into Workspace” und drückt auf “Next”.

choose

Man wählt “Select archive file” und navigiert zum runtergeladenen Zip-File und wählt dieses aus. Danach bestätigt man mit “Finish” und sollte dann ein Projekt “org.eclipse.swt” in seinem Workspace vorfinden.

2. Plugins installieren
Im nächsten Schritt sind die Eclipse-Plugins zu installieren, dies kann wie hier beschrieben geschehen, über das Menü “Help -> Install new Software…”:

sdk

Hier ist zu beachten, dass auch die Sources mit installiert werden!

3. SWTExamples Projekt anlegen und konfigurieren
In diesem Schritt erstellt man sich eine neues Java Projekt über “File -> New -> Java Project” und benennt dies z.B. “SWTExamples”. Hat man dies nun erfolgreich erstellt, importiert man nun die Example Sourcen über “File -> Import -> General -> Archive File”:

archive_file

Die benötigte jar-Datei findet man im Plugin-Ordner der Eclipse-Installation: “eclipse/plugins/org.eclipse.swt.examples.source_.jar”.
Als Zielverzeichnis ist unter “Into Folder” auszuwählen, in diesem Beispiel also das zuvor erstellte Projekt “SWTExamples”.

Zuletzt, wenn nicht bereits schon auf anderem Wege geschehen, nimmt man noch das “org.eclipse.swt”-Projekt mit in den BuildPath des “SWTExample” auf. Über das Kontextmenü (Rechtsclick auf das Projekt SWTExample) wählt man “Properties” aus und erweitert dem Screenshot entsprechend den BuildPath:

buildpath

Nun sollten die Sourcen der SWT-Beispiele compileclean sein.

DualBoot Windows 7 Professional und Debian Wheezy (EFI) mit gemeinsam genutzter Partition

Mein Ziel war das Aufsetzen eines DualBoot-Rechners mit Windows 7 Professional und Debian Wheezy mit dem Vorhaben, beim Booten (mit EFI) über Grub eines der Systeme starten zu können. Wider Erwarten gab es mehrere Stolpersteine, die dieses Vorhaben etwas erschwert haben. Daher möchte ich hier eine kleine Kurzzusammenfassung meiner Erkenntnisse zum Besten geben. Dies stellt keine Installationsanleitung dar, sondern soll lediglich als kleiner Hinweiskatalog dienen.

Hinweis 1: Erst Windows, dann Debian…
Zunächst sollte man Windows installieren, erst danach Debian.

Hinweis 2: Windows-Installation mit GPT-formatierter Festplatte
Schon bei der Installation von Windows muss darauf geachtet werden, dass die Festplatte mit gpt formatiert wird, nicht mit mbr. Anderfalls erkennt Debian bei Installation bzw. Auswahl der Partionen Windows nicht.

Leider ist die Installation von Windows 7 Pro mit gpt nicht sehr intuitiv. Installiert man z.B. mit einem Datenträger über ein DVD-Laufwerk, muss im Bootmenü des Rechners ganz zu Anfang für die Installation zwingend der Laufwerkeintrag mit “UEFI *Laufwerkname*” ausgewählt werden, nur dann formatiert Windows mit gpt, andernfalls mit mbr. Während der Installation konnte ich keinen erkennbaren Unterschied zwischen diesen beiden Varianten feststellen, ausser das Windows bei der gpt-Variante bei der Partitionierung zwei Bootpartitionen anlegt (aber scheinbar nur eine davon nutzt)!

Feststellen wie die Platte tatsächlich formatiert wurde kann man unter Windows erst nach erfolgter Installation unter “Computerverwaltung” -> “Datenspeicher”-> “Datenträgerverwaltung”. Mit Rechtsclick auf den entsprechenden Datenträger lässt sich unter “Eigenschaften” -> “Volume” erkennen, ob mit mbr oder gpt formatiert wurde.

gpt

Hinweis 3: Partionierungsüberlegungen
Bereits bei der Installation von Windows sollte man sich während der Partionierung Gedanken darüber machen, wie die Festplatte insgesamt fertig partioniert aussehen soll. Möchte man, dass Debian und Windows zusätzlich noch eine Partition gemeinsam nutzen (z.B. ntfs oder fat formatiert), sollte man bereits hier diese Partition vorsehen. Hat man z.B. eine 1 TB – Platte legt man bei der Windowsinstallation beispielhaft folgende Partitionen an:

1. Partition: 600 GB (Windows fügt beim Anlegen der 1. Partition automatisch Bootpartionen hinzu)
2. Partition: 200 GB (die später gemeinsam genutzte Partition)

Die restlichen 200 GB bleiben frei und können für die Debianinstallation genutzt werden.

Hinweis 4: Debian installieren mit EFI Boot
Hat man Windows erfolgreich installiert, so kann Debian installiert werden. Auch hier gibt es bei der Partitionierung etwas zu beachten: es sollte vorab eine EFI-Boot-Partition angelegt werden, andernfalls lässt sich Debian später nicht starten (zumindest nach meiner Erfahrung). Also legt man unter “Manuell” erstmal eine Partition mit 256 MB an und konfiguriert sie auf EFI Boot. Danach kann man (wer es einfach haben möchte) auf geführte Partitionierung gehen – mit freien Systemspeicher nutzen – und lässt die Partitionierung und anschließend die Installation durchführen.

Hinweis 5: Grub2
Hat man nun auch Debian erfolgreich installiert, sollte beim Booten des Rechners Grub2 starten. Ist der Windowseintrag hier noch nicht vorhanden, muss dieser noch manuell hinzugefügt werden. Ich zeige an einem kurzen Beispiel wie das aussehen könnte:

  1. Erstellung eines Skripts “11_Windows”
    Hierfür ist es notwendig, dass man weiß, von welcher Partition aus Windows bootet um festzustellen, mit welchem Typ diese formatiert ist und wie die uuid lautet.
    Mithilfe von z.B. “gparted” lässt sich herausfinden, wie die Partition heißt und wie sie formatiert ist, in meinem Beispiel ist es “/dev/sda1″ und fat32.boot_partition

    Um nun die uuid herauszufinden setzt man mit root-Berechtigung bzw. sudo folgenden command ab (in meinem Fall mit dem oben ermittelten /dev/sda1):
    sudo grub-probe -t fs_uuid -d /dev/sda1

    Jetzt kann man das Skript erstellen (die fettmarkierten Einträge sind mit den ermittelten Werten anzupassen):

    #! /bin/sh -e
    echo "Windows 7 Pro (EFI-Modus)" >&2
    cat << EOF
    menuentry "Windows 7 Professional (EFI-Modus)" {
    insmod fat ODER ntfs
    insmod chain
    search --no-floppy --fs-uuid --set=root ermittelte UUID
    chainloader /EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi
    }
    EOF

  2. Skript ausführbar machen und kopieren
    Das Skript muss ausführbar sein, also muss dies hinzugefügt werden:
    chmod +x 11_Windows

    Jetzt muss das Skript nach /etc/grub.d/ kopiert bzw. geschoben werden:
    sudo cp 11_Windows /etc/grub.d/

  3. Grub2 updaten
    Zum Schluss müssen die Einträge noch upgedatet werden:
    sudo update-grub

Damit sollte nun beim Booten des Rechners auch ein Windowseintrag vorhanden und auswählbar sein, so dass Windows startet.

Hinweis 6: Gemeinsam genutzte Partition
Hat man sich, wie oben beschrieben, bereits eine Partition angelegt, muss diese nur noch mit einem Typ formatiert werden, mit dem beide Betriebssystem arbeiten können, wie z.B. fat32 oder ntfs. Formatieren lässt sich die Partition z.B. mit “gparted”.

Shortcut / Tastaturkürzel unter Debian Wheezy – Terminal

Für bestimmte Anwendungen wünscht man sich gelegentlich ein Tastaturkürzel um sie schnell öffnen zu können. Ich werde anhand eines kurzen Beispiels demonstieren, wie sich das unter Debian Wheezy realisieren lässt.

Ziel: Shortcut (Strg + Alt + T) zum Öffnen einen Terminals

Schritt 1: Öffnen der Systemeinstellungen und Tastatur auswählen

systemeinstellungen

Schritt 2: Reiter “Tastaturkürzel” und dort den Eintrag “Eigene Tastenkombinationen” auswählen

tastatur

Schritt 3: Das Hinzufügen eines Eintrags funktioniert über den “+”-Button – es öffnet sich ein Dialog in den Name und Befehl eingetragen werden kann. Der Befehl ist der eigentliche Programmaufruf, da ich das Terminal öffnen möchte also “gnome-terminal”

tastenkombination

Schritt 4: Mit dem Button “Anwenden” bestätigen und es taucht ein Eintrag in der Liste “Eigene Tastenkombinationen” auf – mit Rechtsclick auf den Eintrag kann das Kürzel dann vergeben werden (in meinem Fall Strg + Alt + T)

tastatur_mit_kombi

Fertig!

Installation von Race for the Galaxy auf Linux / Ubuntu 11.10

Race for the Galaxy ist ein Strategiekartenspiel von Thomas Lehmann und ist als PC-Variante kostenlos auf der Seite vom Entwickler Keldon Jones herunterladtbar. Etwas verwundert darüber, dass das Spiel kostenlos ist, durfte ich auf seiner Seite dazu folgende Zeilen lesen:

Rio Grande Games is the publisher and holds all the copyrights for the images and card names. They have graciously given permission for me to distribute these, though they may not be redistributed or used for any other purpose.

Da war ich schon sehr positiv überrascht und als zusätzliches kleines Schmankerl hat der Entwickler das Spiel unter der “GNU General Public License” veröffentlicht.

Für die Installation auf einem Linuxsystem (in meinem Fall Ubuntu 11.10) muss der Source Code runtergeladen, das Paket entpackt und schließlich die Installation wie folgt angestoßen werden:

./configure && make && sudo make install

Dabei ist folgender Fehler aufgetreten:

*** Could not run GTK+ test program, checking why...
 *** The test program failed to compile or link. See the file config.log for the
 *** exact error that occured. This usually means GTK+ is incorrectly installed.
 ...
 gui.c:21:21: schwerwiegender Fehler: gtk/gtk.h: Datei oder Verzeichnis nicht gefunden

Zur Fehlerbehebung habe ich das fehlende Paket libgtk2.0-dev über die Synaptic Paketverwaltung installiert und die Installation von “Race for the Galaxy” erneut angestoßen.

Nach erfolgreicher Installation kann die Anwendung mit

./rftg

gestartet werden.